Die Nervensäge
 
 
 
 

Meine Nachbarin ist auch sehr tierlieb. Sagt sie. Und so hat sie auch immer ganz gerne einen Hund. Und hat sich einen kleinen zugelegt. Einen Hund muss man aber auch erziehen. Sonst tanzt er einem auf der Nase rum. So wie dieser kleine Hund. Da Hunderziehung aber Arbeit macht und Mühe, wirft man den kleinen Hund lieber auf die Strasse. Der kommt schon irgendwie klar. Oder wird überfahren. Oder jemand findet ihn. Und so bin ich über das Hündchen gestolpert. 

 

 

Ein paar Tage fiel mir nämlich schon das kleine, lebhafte Strubbeltier auf, das hier um die Häuserecken wuselte. Eine Umfrage bei den Nachbarn ergab, woher das Tier kam - und obige Geschichte. Die Nachbarin meinte: wenn du das Vieh willst, bitte sehr, sie ist zwar süss, aber gar nicht erzogen und macht uns alle wahnsinnig.

 

 

Also zog Das Hündchen erst mal ein. Ihr Name wat Pitú, Kurzform von "Pitufa" (Schlumpfine). Und was die Nachbarin gesagt hat, stimmte: Pitú war gar nicht erzogen. Sie ging über Stühle und Bänke, grub den Garten um, machte die Kaninchen verrückt, und stubenrein war sie auch nicht wirklich.

 

 

Aber entzückend! Dank Judith von der "Asociación San Francisco" wurde sie sterilisiert, geimpft und kam auf die Homepage der Asociación. Und sie fand ganz schnell einen Liebhaber!! Nach Luxemburg soll die Reise gehen, aber erst mal brauchte man einen Flugpaten....und bis dahin - was tun mit dem Hund?

 

 

Bei Judith konnte sie nicht bleiben, zu lebhaft, sie hat hauptsächlich ältere und kranke Hunde, da ist so ein Wirbelwind fehl am Platze. Also hab ich Pitú bis zu ihrer Abreise "aufbewahrt". Es war eine turbulente Zeit, ich wusste nie, was ich erwartet, wenn ich nach Hause kam.

 

 

Von Blumen im Garten hab ich mich verabschiedet, Pitú hat alles ausgegaben. Spielzeug von Leyla? Im Nu in Einzelteile zerlegt (so schnell macht das nicht mal meine Ballvernichterin Nr. 1, Leyla selber...) Möbel sind zum Zerbeissen da, alles Essbare muss regelrecht weggeschlossen werden, und Schuhe...ja, Schuhe....

 

 

Trozdem ist sie einfach hinreissend. Wenn sie einen aus diesen frechen Augen anguckt, unter den Stirnzotteln vor, kann man ihr einfach nicht böse sein. Jedenfalls nicht lange. Das grösste Problem war ihr Jagdtrieb: die Kaninchen hatten keine ruhige Minute. Also hat Judith sie für die letzten Tage vor dem Abflug noch anderweitig untergebracht.

 

 

Jetzt lebt Pitú in Luxemburg und tyrannisiert dort ihre menschlichen und hündischen Mitbewohner. Ich glaube, sie lebt mit 6 der 7 anderen Hunden dort und ist unangefochten der Chef. Ich bin so froh, dass du solches Glück hattest, kleine Pitú!!!

 

 

 



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