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Ein Herz für Hamster
Am 30. Dezember klingelt bei mir häufiger das Telefon..ist ja mein Geburtstag. Also war ich auch nicht sonderlich überrascht, als meine Lieblings-Tierarzt Aleksandr mich angerufen hat. Die Geburtstagsglückwünsche waren aber eher nebensächlich, Hauptsache war die kleine Überraschung, die er für mich hatte:
Frage: Möchtest du vielleicht einen Hamster?
Antwort: Warum eigentlich nicht....
Jemand hatte ihm nämlich einem Hamster in die Tierklinik gebracht zum Einschläfern, weil er alt war und irgendwie ein Auge raus war und er hässlich aussieht. Der kleine Knopf sei aber noch putzmunter, meinte er, und es täte ihm leid, ihn einfach einzuschläfern...und da habe er eben an mich gedacht.

An Silvester hat er ihn dann einfach zu mir ins Hotel gebracht, und so zog Herklues bei mir ein: ein hinreissend süsser, winziger Kerl...o.k., das Auge war wirklich nicht besonders schön, aber Schönheit ist ja nicht alles!!

Das kleine Wuselchen war jedenfalls quietschfidel, er gehamstert, gefuttert (oh, Apfel, das mochte er am liebsten!!!), Kilometer in seinem Radel zurückgelegt und riesige Nester aus dem Klopapier gebaut, dass er statt Streu im Käfig hatte.

Aber leider hat sich rausgestellt, dass das Auge nicht durch einen rätselhaften Unfall verletzt wurde...Herkules hatte einen Tumor...und der wuchs...
An eine OP war gar nicht zu denken, das Alter (mindestens 2,5 Jahre, das ist schon bald Greisenalter für einen Hamster) und die Körpergrösse (30g auf 5 cm Körperlänge) verboten so einen Eingriff praktisch.

Also habe ich beschlossen, dass er einfach noch ein schönes Hamsterleben führen darf, bis es soweit ist.

Seit letzten Montag war dann leider schon eine Verschlechterung seines Zustandes zu merken...nach der letzten Käfigreinigung wurde kein Nest mehr gebaut....dann wurde das radeln weniger...er hamstert zwar noch, frisst aber nicht mehr....sogar sein heissgeliebtes Apfelstückchen wird nur zaghaft angeknabbert...also hab ich am Donnerstag entschieden, ihn gehen zu lassen.
Nur sieben Wochen war der kleine Herkules bei mir, aber in diesen sieben Wochen hat er mein Herz im Sturm erobert. Er war mein kleiner Miniheld, wie er mit so einem Tumor noch so munter und fidel sein konnte, das kann man gar nicht nachvollziehen.
Aber leiden sollst du nicht, und deshalb darfst du heute gehen, mein kleiner Hamsti.
Schlaf gut, Herkules.
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